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  <title>Datenjournalismus</title>
  <subtitle>Datenjournalismus mit Fokus auf Energie, Politik und Wirtschaft</subtitle>
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  <updated>2024-10-21T00:00:00.000Z</updated>
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  <author>
    <name>Stefan Graf</name>
  </author>
    <entry>
      <title>Einblicke in die Windkraftauschreibungen 2025</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2026/Windenergiezukunft/"/>
      <updated>2026-01-19T00:00:00.000Z</updated>
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      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2026/windenergie3.png" alt="Einblicke in die Windkraftauschreibungen 2025" />
      <script src="/js/lib/echarts.min.js"></script>
<h2>Das Angebot an Windenergie wird wachsen</h2>
<p>Die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur haben das Ziel die besten Gebote für das ausgeschriebene Volumen an Nennleistung zu erreichen. Wichtig hier ist, dass zunächst grundsätzlich genug Nachfrage besteht, um das Ausschreibungsvolumen voll abzudecken. Der zweite Faktor ist der Preis für den erzeugten Strom, der den Windkraftanlagenbetreibern garantiert wird. Dieser wird tendenziell geringer, wenn mehr Gebote abgegeben werden und damit mehr Konkurrenz um einen Zuschlag herrscht.</p>
<p>Diese Konstellation zeigt für 2025 ein positives Bild. In den folgenden Datenvisualisierungen können wir gut erkennen, dass 2025 ein Rekordjahr in der Menge der Zuschlagsmenge war. Außerdem ist die Nachfrage an den Ausschreibungen stark gewachsen und der durchschnittliche Preis gefallen.</p>
<div class="chart-section">
  <h3>Die Zuschlagsmenge der letzten Jahre</h3>
  <p class="chart-description">
   2025 markiert einen Rekord in der Zuschlagsmenge für Windenergie an Land
  </p>
  <div id="zuschlagsmenge_in_kw_yearly" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/ausschreibung_wind_2025/zuschlagsmenge_in_kw_yearly.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Ausschreibungen/Wind_Onshore/BeendeteAusschreibungen/start.html">Bundesnetzagentur</a>
  </div>
</div>
<div class="chart-section">
  <h3>Zuschlags- und Gebotsmenge im Vergleich zum Ausschreibungsvolumen</h3>
  <p class="chart-description">
   Im letzten Jahr ist die Nachfrage an Windkraftprojekten stark gestiegen, wie an dem Anstieg der Gebotsmenge gut zu erkennen ist. <i>(Für bessere Sichtbarkeit können einzelne Datenpunkte auf der Legende abgewählt werden)</i>
  </p>
  <div id="zuschlagsmenge_in_kw" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/ausschreibung_wind_2025/zuschlagsmenge_in_kw.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Ausschreibungen/Wind_Onshore/BeendeteAusschreibungen/start.html">Bundesnetzagentur</a>
  </div>
</div>
<h2>Und wie viel kostet der Windstrom nun?</h2>
<p>Nachdem ab der Februarausschreibung 2023 das Ausschreibungsvolumen deutlich anstieg, ist damit auch der durchschnittliche Preis je kWh stark gestiegen. Hier ist klar zu sehen, dass das Ausschreibungsvolumen größer als die Gebotsmenge war, was den Preis nach oben getrieben hat.</p>
<p>Dank gestiegener Nachfrage ist der Preis seit Ende 2024 wieder gesunken und erreichte mit der letzten Ausschreibung 2025 wieder das alte Niveau. Trotz eines noch höheren Ausschreibungsvolumens als im Februar 2023 übertrifft die Gebotsmenge nun diese. Damit hat sich im Vergleich zur Phase vor 2023 die Zuschlagsmenge vervierfacht, ohne den Preis langfristig nach oben zu treiben. Ein starkes Signal!</p>
<div class="chart-section">
  <h3>Preisentwicklung bei Windkraftausschreibungen</h3>
  <p class="chart-description">
    Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg des Preises, ist er in der letzten Ausschreibung 2025 wieder auf das alte Niveau abgefallen.
  </p>
  <div id="zuschlagwert_wind" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/ausschreibung_wind_2025/zuschlagwert.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Ausschreibungen/Wind_Onshore/BeendeteAusschreibungen/start.html">Bundesnetzagentur</a>
  </div>
</div>
<h2>Windenergie auf einem guten Weg</h2>
<p>Die erfolgreichen Ausschreibungen für 2025 werden naturgemäß den Ausbau der Windenergie in den nächsten Jahren beschleunigen. Allgemein sind die Grundvoraussetzungen gerade sehr gut. Die Nachfrage steigt, der Preis sinkt und die Menge steigt. Wenn diese Dynamik auch für 2026 beibehalten wird, werden wir hoffentlich wieder neue Rekorde sehen.</p>
<p>Am Ende liegt das aber auch in den Händen der Politik. Dieses Wachstum darf nicht schon wieder abgewürgt werden, wie damals bei der berühmten Altmaierdelle. Erneuerbare Energien haben durch ihre Volatilität gewisse Herausforderungen, insbesondere in der Energiespeicherung. Der sich abzeichnende Boom bei Batteriespeichern kommt hier aber genau zum richtigen Zeitpunkt um einen Unterschied zu machen.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Robuste Ergebnisse und sinkende Preise markieren ein erfolgreiches Jahr für die Ausschreibungen der Windkraft an Land.</summary>
          <category term="energie"/>
          <category term="wirtschaft"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Technologieoffenheit oder Industriepolitik?</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2025/Industriepolitik/"/>
      <updated>2025-12-11T00:00:00.000Z</updated>
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      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2025/Industriepolitik.png" alt="Technologieoffenheit oder Industriepolitik?" />
      <h2>Technologieoffenheit wird unsere Industrie nicht retten</h2>
<p>Jetzt ist es geschafft, das so viel aufbeschworene Unheil des Verbrennerverbots ab 2035 in der EU wurde aufgehoben. Endlich ist unsere Automobilindustrie sicher und kann wieder aufblühen. Oder etwa nicht?</p>
<p>Während der ein oder andere Politiker sich gerade daran erfreut, dass deutsche Hersteller schon bald Massen an mit E-Fuels und hocheffizienten Verbrennern ausgestatteten Fahrzeugen verkaufen werden, scheint die Realität doch eine andere zu sein. Global fallen die Märkte für Verbrennerfahrzeuge weg und E-Autos befinden sich auf dem Vormarsch.</p>
<p>Die Hoffnung muss wohl sein, dass sich die deutschen Autohersteller nicht von kurzfristigen einfachen Profiten blenden lassen und weiterhin alles geben um vor allem mit der chinesischen Konkurrenz mithalten zu können. Sonst blüht der Automobilindustrie ein ähnliches Schicksal wie der PV Industrie in Deutschland.</p>
<p>PV hat sich als Technologie mittlerweile durchgesetzt, weil die absehbare Preisreduzierung durch Skaleneffekte und Verbesserungen der Fertigungstechnik sie zu der billigsten Stromherstellungsmethode hat aufsteigen lassen. Trotz dieser Aussicht wurde der deutschen PV Industrie der Boden unter den Füßen weggezogen. Die Preissignale bei der Emobilität sind ähnlich.</p>
<script src="/js/lib/echarts.min.js"></script>
<div class="chart-section">
  <h3>Kosten von PV und Akkus im Zeitverlauf</h3>
  <p class="chart-description">
    Ähnlich wie bei den PV Modulen befinden sich die Preise von Akkus im kontinuierlichen Fall. Da Akkus der primäre Preistreiber bei E-Autos sind, könnten sie bald auch konkurrenzlos billig sein. Von 2014 bis 2024 sind die Preise einer Batterie von 290 USD je kWh auf unter 78 USD gefallen.
  </p>
  <div id="industriepolitik_battery_pv" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/industriepolitik/industriepolitik_battery_pv.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quellen:</strong>
    </br>
     PV: <a href="https://ourworldindata.org/grapher/solar-pv-prices?time=1975..2024&tab=table">IRENA (2025); Nemet (2009); Farmer and Lafond (2016) – with major processing by Our World in Data</a>
  </br>
  Akku: <a href="https://ourworldindata.org/grapher/average-battery-cell-price?tab=table&time=2014-07-01..2024-08-15">Benchmark Mineral Intelligence (2024) – with minor processing by Our World in Data"</a>
  </div>
</div>
<h2>Der Preisverfall der Batterien ermöglicht den Aufstieg des E-Autos</h2>
<p>Vor wenigen Jahren waren E-Autos noch eine Randerscheinung und kaum massentauglich. Das ändert sich schnell durch den Preisverfall im Batteriesegment und andere Skaleneffekte. Wer jetzt noch auf Verbrenner setzt, wettet auf einen schrumpfenden Markt.</p>
<div class="chart-section">
  <h3>Marktanteil Elektrofahrzeuge</h3>
  <p class="chart-description">
    Elektrofahrzeuge nehmen einen immer größeren Marktanteil ein, dementsprechend sinkt die Bedeutung von Verbrennermotoren.
  </p>
  <div id="industriepolitik_ev_market_share" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/industriepolitik/industriepolitik_ev_market_share.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://ourworldindata.org/grapher/electric-car-sales-share">International Energy Agency. Global EV Outlook 2025. – processed by Our World in Data"</a>
  </div>
</div>
<h2>Elektrifizierung als Ganzes</h2>
<p>Akkus ermöglichen nicht nur eine Automobilindustrie ohne Verbrennermotor, sie können auch ein entscheidender Faktor sein das Potential von erneuerbaren Energien im noch größeren Maß zu entfesseln. Die unplanbare Energieerzeugung, die große Schwäche der erneuerbaren Energien bisher, kann durch klugen Einsatz von Stromspeichern gelöst werden. Wirtschaftlich konkurrenzfähig ist das auch erst seit kurzem möglich und diese Option wird mit jeder Reduzierung der Akkukosten noch attraktiver.</p>
<p>Gepaart mit dem Fakt, dass erneuerbare Energien und insbesondere PV jetzt schon die günstigste Stromerzeugung liefern, bietet das eine ganz neue Perspektive, wie man energiebasierte Prozesse denken sollte. Schließlich folgt aus dieser Gemengenlage, dass Strom immer billiger werden sollte.</p>
<div class="chart-section">
  <h3>Elektrifizierungsquote</h3>
  <p class="chart-description">
    Während die Elektrifizierungsquote in Deutschland seit Jahren mehr oder weniger stagniert, erkennt man eine Strategie hinter der Entwicklung Chinas. 2010 war China noch hinter den Vergleichsländern, ab 2021 muss sich China aber nur noch hinter Ausreißern wie Norwegen verstecken.
  </p>
  <div id="industriepolitik_electrification_rate" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/industriepolitik/industriepolitik_electrification_rate.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://ourworldindata.org/grapher/electricity-as-a-share-of-primary-energy?tab=line&country=OWID_WRL~CHN~DEU#sources-and-processing">Ember (2025); Energy Institute - Statistical Review of World Energy (2025) – with major processing by Our World in Data</a>
  </div>
</div>
<p>Intelligente Industriepolitik sollte dies erkennen und die Elektrifizierung in allen Bereichen, nicht nur der Mobilität, fördern. Über das Heizen mit Wärmepumpen, der Elektrifizierung von Industrieprozessen bis zum Betrieb von riesigen Rechenzentren. Ganz neue Möglichkeiten eröffnen sich, wenn durch kluge Politik Industrien gestärkt werden, die diesen Effekt voll nutzen können.</p>
<p>Ganz zu schweigen von den Vorteilen nicht mehr abhängig vom fossilen Importen zu sein und Klimaschutz zu betreiben. Das wäre nur ein (sehr) netter Nebeneffekt.</p>
<h2>Den nächsten Trend nicht verschlafen</h2>
<p>Das vorherrschende Thema derzeit kann auch in einem solchen Bericht über Industriepolitik nicht fehlen: Die künstliche Intelligenz. Industriepolitik bedeutet in diesem Feld auch, dass Deutschland sich zumindest nicht voll abhängig vom nicht europäischen Ausland machen sollte. Das bedeutet Zugriff auf wettbewerbsfähige KI-Modelle, genug Kapazitäten an Rechenleistung und Strom der billig genug sein sollte, um diese Rechenleistung auch sinnvoll betreiben zu können.</p>
<div class="chart-section">
  <h3>Die Rechenleistung wächst</h3>
  <p class="chart-description">
    Anhand des Wachstums der Rechenleistung der schnellsten Supercomputers lässt sich ganz gut ableiten, dass immer mehr Rechenleistung zur Verfügung steht. Das beschleunigt die KI-Entwicklung immer mehr.
  </p>
  <div id="industriepolitik_flops_compute" style="width: 100%; height: 400px;"></div>
  <script src="/js/charts/industriepolitik/industriepolitik_flops_compute.js"></script>
  <div class="chart-sources">
    <strong>Quelle: </strong><a href="https://ourworldindata.org/grapher/supercomputer-power-flops">Dongarra et al. (2024) – with minor processing by Our World in Data</a>
  </div>
</div>
<h2>Intelligente Industriepolitik</h2>
<p>Industriepolitik, die Wirtschaftswachstum erzeugen soll, muss auf in der Realität fundierten Trends basieren. Der hocheffiziente Verbrennungsmotor und fossile Brennstoffe werden dieses Ziel kaum erreichen.</p>
<p>Deutschland hat alle Möglichkeiten sich auch in der Zukunft gegen globale Konkurrenz zu behaupten, wenn die richtigen Zukunftsthemen fokusiert werden.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Die aktuell propagierte Technologieoffenheit ist kein Zeichen von starker Industriepolitik - ganz im Gegenteil. Gute Industriepolitik zeichnet sich durch das Erkennen von Zukunftstrends aus.</summary>
          <category term="wirtschaft"/>
          <category term="politik-und-gesellschaft"/>
          <category term="energie"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Erneuerbare Stromerzeugung auf dem Vormarsch</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2025/Erneuerbare-Stromerzeugung-auf-dem-Vormarsch/"/>
      <updated>2025-07-09T00:00:00.000Z</updated>
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      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2025/erneuerbareaufdemvormarsch.png" alt="Erneuerbare Stromerzeugung auf dem Vormarsch" />
      <h2>Erneuerbare Energien mit einem neuen Rekord</h2>
<p>Erneuerbare Energien liefern einen immer größeren Anteil an der Stromproduktion in Deutschland. Den vorläufigen Höhepunkt markiert der Juni 2025 mit über 70% Anteil an der generierten elektrischen Energie.</p>
<iframe title="Anteil der EEG an der Stromerzeugung in Deutschland" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-9oyKj" src="https://datawrapper.dwcdn.net/9oyKj/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="440" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}})}();
</script>
<h2>Der jährliche Trend geht auch nach oben</h2>
<p>Trotz schwacher erster Monate im Jahr 2025 ist das aktuelle Jahr gegenwärtig auf Rekordkurs. Nicht nur monatlich sind Ausreißer nach oben zu verzeichnen, der jährliche Trend zeigt insgesamt in die richtige Richtung.</p>
<iframe title="Anteil der EEG an der jährlichen Stromerzeugung in Deutschland" aria-label="Säulen" id="datawrapper-chart-p84F2" src="https://datawrapper.dwcdn.net/p84F2/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="481" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}})}();
</script>

    ]]>
      </content>
      <summary>Der Juni 2025 markiert mit über 70% den bisherigen Höhepunkt in der Stromerzeugung durch EEG.</summary>
          <category term="energie"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Die Dunkelflaute der Kernkraft: Hitzewellen</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2025/Die-Dunkelflaute-der-Kernkraft:-Hitzewellen/"/>
      <updated>2025-07-05T00:00:00.000Z</updated>
      <id>https://blog.databearer.de/posts/2025/Die-Dunkelflaute-der-Kernkraft:-Hitzewellen/</id>
      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2025/dürrenkernkraftwerke.png" alt="Die Dunkelflaute der Kernkraft: Hitzewellen" />
      <p>Kernkraft als alleinige Lösung gegen den Klimawandel? Wohl kaum! Zu den bekannten Problemen der Kernkraft gesellt sich ein neues Hindernis dazu: Die Häufung von Hitzewellen und die daraus benötigte Drosselung von AKWs, da Flusswasser, das als Kühlwasser benutzt wird, zu warm ist.
Gerne wird bei erneuerbaren Energien darauf hingewiesen, dass diese nicht zuverlässig und planbar sind. Die Abhängigkeit vom Wetter wird hier als unlösbares Problem verkauft. Also soll man doch bitte auf AKWs setzen, um volle Versorgungssicherheit zu erreichen. Neben den bekannten Herausforderungen, wie z.B. Bauzeit, Abhängigkeit von Rohstoffimporten (Uran), der Entsorgung der verbrauchten Brennstäbe und hohen Kosten zeigt sich nun mal wieder, dass die heraufbeschworene Zuverlässigkeit wohl auch nicht der absoluten Wahrheit entspricht.
Die Datenlage ist klar, Hitzewellen werden in Europa immer häufiger und damit die Kernkraft immer weniger zuverlässig. Hierzu eine Veranschaulichung, wie viele Tage im Schnitt mit über 35 Grad Celsius in einzelnen Ländern zu erwarten sind.</p>
<iframe title="Prognose Hitzetage" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-MvlYZ" src="https://datawrapper.dwcdn.net/MvlYZ/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="455" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}})}();
</script>
<p>Diese Voraussage basiert auf dem SSP245 Modell, das davon ausgeht, dass Klimaschutzmaßnahmen angenommen werden und in einer moderaten Geschwindigkeit umgesetzt werden. Dieses Szenario gehört zu den optimistischeren Modellen, man muss also leider davon ausgehen, dass es noch heißer wird. Die dargestellten Zahlen spiegeln den Median der Projektionen wider.
Gut zu sehen ist, dass die großen europäischen Länder mit aktiven AKWs in Zukunft mit bedeutend mehr Hitze zu rechnen haben werden. Auch für Deutschland gilt, dass wir in Zukunft auf ein höheres Level kommen, als es in Frankreich aktuell der Fall ist.
Am Beispiel der französischen AKWs ist gut zu erkennen, dass dieses hitzebedingte Drosseln kein Einzelfall für 2025 war, sondern in den letzten Jahren zur Regel wurde. Hierzu eine Recherche für die letzten Jahre:</p>
<ul>
<li><strong>2022</strong>: Golfech, Saint Alban und Blayais AKWs dürfen vorübergehend kein Wasser in die Flüsse leiten und deren Betrieb ist somit stark eingeschränkt</li>
<li><strong>2023</strong>: Produktion am Golfech AKW um 1 GW reduziert</li>
<li><strong>2025</strong>: Golfech AKW wurde ganz heruntergefahren. Blayais, Bugey und andere haben die Stromproduktion reduziert</li>
</ul>
<p>Diese Aufzählung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, doch macht sie die Anfälligkeit der atomaren Stromerzeugung gegenüber Hitze deutlich. Mit dem Wissen, dass diese Hitzeereignisse häufiger werden, muss man Atomstrom kritischer im Blick auf Versorgungssicherheit betrachten. Das alles schließt Atomkraft im Strommix nicht aus, ein Heilsbringer ist sie aber auch nicht.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Kernkraft wird durch den Klimawandel immer unzuverlässiger. Hitze und die damit einhergehenden Probleme beim Kühlwasser setzen der Stromerzeugung durch Kernkraft zu.</summary>
          <category term="energie"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Sensationelle Ausschreibungserfolge für die Windkraft</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2025/Sensationelle-Ausschreibungserfolge-für-die-Windkraft/"/>
      <updated>2025-06-11T00:00:00.000Z</updated>
      <id>https://blog.databearer.de/posts/2025/Sensationelle-Ausschreibungserfolge-für-die-Windkraft/</id>
      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2025/windenergie2.png" alt="Sensationelle Ausschreibungserfolge für die Windkraft" />
      <p>Die Rahmenbedingungen für Windkraft scheinen so gut zu sein, wie schon seit Jahren nicht mehr. Während der Ausbau langsam in Fahrt kommt, sind die Ausschreibungserfolge mehr als beachtlich. Diese dienen als Frühindikator, um den zukünftigen Ausbau der Windenergie abschätzen zu können. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass es nach erfolgreicher Ausschreibung bis zu 36 Monate dauern kann, bis tatsächlich ein Windrad errichtet wurde und Strom erzeugt. Ein Blick in die Ausschreibungsergebnisse der letzten Jahre zeigt, dass seit 2023 ein beachtlicher Aufschwung zu erkennen ist:</p>
<iframe title="Zuschlagsmenge Windenergie in kW" aria-label="Säulen" id="datawrapper-chart-iMXaX" src="https://datawrapper.dwcdn.net/iMXaX/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="429" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}}))}();
</script>
<p>Es wird spannend zu beobachten, wie die neue Regierung mit diesem Potenzial umgeht. Seit Inkrafttreten des Wind-an-Land-Gesetzes am 1. Februar 2023 scheinen die Rahmenbedingungen für einen schnelleren Windkraftausbau endlich gegeben zu sein. Auch das laufende Jahr 2025 bestätigt diese Tendenz. Schwarz-Rot wird sich auf jeden Fall daran messen lassen müssen, ob sie diese Entwicklung beibehalten können oder die Windenergie wieder einmal abgewürgt wird. Die Basis wäre gegeben, um hier weiterhin gute Resultate zu erzielen. Bleibt zu hoffen, dass diese Chance nicht vertan wird.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Der neuen Regierung wurde ein Geschenk, in Form von herausragenden Ausschreibungsergebnissen für neue Windkraftanlagen, hinterlassen. Wird das weitergeführt oder abgewürgt?</summary>
          <category term="wirtschaft"/>
          <category term="energie"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Deutschland der kranke Mann Europas?</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2024/Deutschland-der-kranke-Mann-Europas/"/>
      <updated>2024-11-27T00:00:00.000Z</updated>
      <id>https://blog.databearer.de/posts/2024/Deutschland-der-kranke-Mann-Europas/</id>
      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2024/deutschlandkrankermann.png" alt="Deutschland der kranke Mann Europas?" />
      <p>25 Jahre nachdem Deutschland schon mal als kranker Mann Europas tituliert wurde, scheint es, als wäre das Land wieder an gleicher Stelle. Andere europäische Wirtschaften wachsen schnell, Deutschland selbst befindet sich seit zwei Jahren entweder in einer Rezession oder einer Stagnation. Die Daten sprechen erst mal für sich selbst:</p>
<iframe title="Wirtschaftswachstum kumuliert" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-Fq0NF" src="https://datawrapper.dwcdn.net/Fq0NF/5/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="423" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Während Deutschland seit dem Ende der Corona Pandemie auf der Stelle tritt, können die anderen großen Volkswirtschaften Europas ganz andere Zahlen vorweisen. Frankreich, Italien und vor allem Spanien wachsen in den letzten Jahren viel schneller und haben nicht mit einer Stagnation zu kämpfen.
Doch woran kann das liegen? Einerseits wurde Deutschland sehr hart durch die Energiekrise getroffen. Steigende Energiepreise und die begleitende Inflation haben aber jeden getroffen. Eine andere Vermutung wäre die Verschuldungsrate zu betrachten. Vielleicht ist dieses Wachstum ja finanziert auf Pump? Dafür betrachten wir die Entwicklung der Schuldenquote für diese Länder im gleichen Zeitraum.
Hinweis: Die folgende Analyse dreht sich stark um die sogenannte Schuldenquote. Diese Quote ist die korrekte Weise, wie man über Schulden diskutieren sollte, anders als die absoluten Zahlen. Wenn du mehr Einblick haben willst, wie die Schuldenquote sich berechnet und warum es die korrekte Art ist über Staatsverschuldung zu sprechen, schau gerne hier rein.</p>
<iframe title="Schuldenrate kumuliert" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-F2Jf0" src="https://datawrapper.dwcdn.net/F2Jf0/2/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="438" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Hier kann man sehen, dass sich alle 4 Länder in den letzten Jahren entschuldet haben. Auffällig für Italien und Frankreich ist, dass diese seit 2023 wieder effektiv Schulden aufbauen, indem sie die Schuldenquote erhöhen, trotz Wirtschaftswachstums. Das lässt zumindest etwas darauf schließen, dass das Wirtschaftswachstum dieser beider Länder sich über erhöhte Staatsausgaben teilweise erklären lässt.
Auch Spanien, das die letzten Jahre exzellent dasteht, hat seit 2023 seine Staatsausgaben erhöht. Das Wirtschaftswachstum ist mittlerweile größer als die Entschuldung, was auch auf gestiegene Staatsausgaben schließen lässt. In Spanien führt das dank der fabelhaften Zahlen immer noch zu einem effektiven Schuldenabbau.
Deutschland hingegen stagniert im Wirtschaftswachstum, baut jedoch immer die Schuldenquote ab. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob in dieser Zeit der multiplen Krisen, eine Investitionsstrategie nicht vernünftig wäre. Doch hat Deutschland überhaupt die Kapazität Investitionen zu tätigen? Schauen wir doch mal wie viel Schulden Deutschland im Vergleich zu diesen Nationen hat:<iframe title="Schuldenquoten 2024" aria-label="Balken" id="datawrapper-chart-9maXk" src="https://datawrapper.dwcdn.net/9maXk/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="188" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){&quot;use strict&quot;;window.addEventListener(&quot;message&quot;,(function(a){if(void 0!==a.data[&quot;datawrapper-height&quot;]){var e=document.querySelectorAll(&quot;iframe&quot;);for(var t in a.data[&quot;datawrapper-height&quot;])for(var r=0;r&lt;e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data[&quot;datawrapper-height&quot;][t]+&quot;px&quot;;e[r].style.height=i}}}))}();
</script></p>
<p>Deutschland ist offensichtlich das mit Abstand am wenigsten verschuldete Land unter den großen Volkswirtschaften der EU. Das zeigt, wie groß das Potential für Deutschland ist, um Investitionen in dieser schwierigen Lage zu stemmen.
Nur um es bildlich zu machen, über welches Potential hier gesprochen wird: Falls Deutschland eine Investitionsoffensive ausrufen würde und eine gigantische Summe von einer Billion über die nächsten vier Jahre investieren möchte in z.B. Zukunftstechnologien, Bildung und Wirtschaft, erhöht sich die Schuldenquote rechnerisch um maximal 24%. Realistisch gesehen steigt sie viel weniger an, weil das BIP in den nächsten vier Jahren durch Inflation und hoffentlich angestoßenem Wirtschaftswachstum auch wachsen wird, was die Schuldenquote wieder senkt.
Diese Mehrverschuldung, selbst wenn sie wirklich die simpel berechneten 24% beträgt (realistischer wäre ein einstelliger Betrag, der im Fall von klugen Investitionen sogar auf Dauer negativ werden könnte), würde die deutsche Staatsverschuldung nur auf 87% anwachsen lassen. Meilenweit entfernt von den anderen großen Volkswirtschaften.
Deutschland hat also alle Mittel in der Hand, um aus der schlechten Lage rauszukommen, falls Geld klug investiert wird, werden wir auch nicht zum kranken Mann. Und die Möglichkeiten sind offensichtlich gegeben. Auf das Thema Schuldenbremse, das hier natürlich auch relevant ist, möchte ich an dieser Stelle nicht all zu tief eingehen. Trotzdem sind auch hier mittels Werkzeuge wie der Konjunkturkomponenten dem Staat nicht die Hände gebunden. Dennoch sollte sich nicht vor einer potenziellen Reform der Schuldenbremse verschlossen werden.
Eingangs wurde der Bogen 25 Jahre zurück gespannt mit der Frage, ob Deutschland wieder der kranke Mann Europas ist. Hier hilft zur Einordnung ein Blick auf die Entwicklung der bereits verwendeten Zahlen über einen längeren Zeitraum. Also wie haben sich Schuldenquote und Wirtschaftswachstum entwickelt im Vergleich zu vor 25 Jahren?</p>
<iframe title="Schuldenquoten Veränderung" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-d76s5" src="https://datawrapper.dwcdn.net/d76s5/2/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="423" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<iframe title="Wirtschaftswachstum kumuliert" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-5IgAk" src="https://datawrapper.dwcdn.net/5IgAk/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="423" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Dieser erweiterte Blick nimmt schnell die Brisanz aus der Frage. Ja, die letzten Jahre liefen suboptimal, auch weil Deutschland z.B. extrem hart durch die Energiekrise getroffen wurde. Aber im langen Vergleich sehen wir, dass Deutschland anders als die anderen Volkswirtschaften kaum an Neuverschuldung dazugewonnen hat und langfristig auf ein stabiles Wachstum zurückblicken kann. Jetzt gilt es, durch kluge Investitionen in die Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung wieder ein ähnliches Wachstum zu generieren.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Die anderen großen europäischen Volkswirtschaften wachsen viel schneller als Deutschland. Hat Deutschland überhaupt noch eine Chance? </summary>
          <category term="wirtschaft"/>
          <category term="politik-und-gesellschaft"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Staatsverschuldung - Deutschland steht besser da als gedacht</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2024/Staatsverschuldung-besser-als-gedacht/"/>
      <updated>2024-10-27T00:00:00.000Z</updated>
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      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2024/deutschlandschuldenbesseralsgedacht.png" alt="Staatsverschuldung - Deutschland steht besser da als gedacht" />
      <p>Staatsverschuldung ist eines dieser Themen, bei denen man bei oberflächlicher Behandlung nur Bauchschmerzen bekommen kann. Scheinbar in immer schwindelerregenden Höhen dreht sich die Schuldenspirale. Aktuelle Zahlen für 2023 zeigen den Schuldenstand bei 2,69 Billionen Euro. Zur Verdeutlichung ausgeschrieben: 2.690.000.000.000 €. Für eine normale Person eine unvorstellbare Größe. Wo soll das noch hingehen? Wie soll das jemals bezahlt werden? Und werden hier nicht die nachkommenden Generationen belastet?
Nun, da kann ich erst einmal beruhigen. Deutschland steht so gut da wie schon seit Jahren nicht mehr und die Tendenz geht auch in die Richtung der Entschuldung (Auch wenn das nicht unbedingt gut sein muss - ein Thema für einen anderen Artikel). Aber wie kann das sein? Heißt es nicht, dass die Bundesregierung seit Jahren rote Zahlen schreibt und die Schuldenlast immer weiter steigt? Ein oberflächlicher Blick auf die Zahlen zeigt schnell: die nominale Schuldenlast steigt tatsächlich seit einigen Jahren:</p>
<iframe title="Staatsverschuldung Deutschland" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-vQn2A" src="https://datawrapper.dwcdn.net/vQn2A/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="455" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Die Tatsache ist erst mal nicht von der Hand zu weisen. Deutschlands Schuldenstand ist über die letzten Jahre gewachsen. Seit dem Ausbruch der Corona Pandemie wurden jedes Jahr neue Schulden angesammelt. Doch ist das wirklich so schlimm?</p>
<p>Wichtig ist zu betonen, dass dieser Schuldenstand jedoch nicht im Vakuum existiert. Schulden, oder zumindest die Zinsen, müssen zurückgezahlt werden. Um das zu bewerkstelligen, braucht der Staat bei mehr Schulden auch mehr Einnahmen, was durchaus der Fall ist, wie hier zu lesen ist.</p>
<p>Außerdem sollte verstanden werden, wie Schulden gemessen werden. Klar, erst mal werden Schulden ganz einfach in einer Summe von X Euro gemessen. Dieser Wert ist aber nicht wirklich aussagekräftig. Fast jeder von uns hat zwischen 2022 - 2024 im eigenen Leben die Auswirkungen der Inflation gespürt - der Euro wurde über die letzten Jahre einfach stark entwertet. Das beeinflusst aber auch die Schulden - diese wiegen dadurch auch weniger stark.</p>
<p>Also wie wird die Staatsverschuldung richtig gemessen? Sie wird in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt gesetzt. Was auch Sinn macht, denn wer wirtschaftlich stärker ist, kann auch größere Mengen an Schulden verkraften. Wenn wir auf die Entwicklung von BIP und der Staatsverschuldung blicken, können wir sehen, dass sich beide Werte nach oben entwickeln.</p>
<iframe title="Staatsverschuldung und BIP" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-35uiS" src="https://datawrapper.dwcdn.net/35uiS/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="423" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Um die Gegenüberstellung dieser Zahlen zu vereinfachen, nutzt man die Schuldenquote. Diese erschließt sich aus dieser einfachen Formel: Schuldenstand / BIP (nominell). Mit der daraus resultierenden Quote lässt sich leicht erkennen, wie sich der Schuldenstand im Kontext zur Wirtschaftsleistung einer Nation entwickelt. Hier ein Blick in die deutsche Schuldenquote:</p>
<iframe title="Schuldenquote Deutschland" aria-label="Säulen" id="datawrapper-chart-9fIcb" src="https://datawrapper.dwcdn.net/9fIcb/2/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="477" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<h2>Was auffällt</h2>
<ul>
<li>Durch die Einführung der Schuldenbremse wurde die Schuldenquote stetig reduziert</li>
<li>In den Jahren der Coronapandemie sind die Schulden sprunghaft angestiegen</li>
<li>Nach der Bewältigung der größten Einschränkungen durch die Pandemie wurden Schulden wieder abgebaut - trotz Ukrainekrieg und Wachstumsflaute in der Wirtschaft</li>
<li>Die Schulden von 2023 belaufen sich auf dem niedrigsten Stand seit Jahren - in den letzten 15 Jahren gab es nur 2 bessere Jahre 2018 und 2019</li>
</ul>
<p>Fassen wir zusammen: Deutschland steht mit Blick auf die Schuldenquote sehr gut da - besser als in den meisten Jahren der letzten 2 Dekaden. Doch was fängt man mit der Information an? Hier ein paar Gedanken:</p>
<p>In Zeiten turbulenter Wirtschaftsentwicklungen, wirft es Fragen auf ob wirklich sinnvoll ist Schulden abzubauen. Sollte dieses Geld nicht besser für Investitionen in den Standort Deutschland verwendet werden, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu bewahren? Zwischen 2022 und 2023 ist die Schuldenquote z.B. um über 2% gesunken von 66,08% auf 63,64%.</p>
<p>Gemessen am BIP zu dieser Zeit sind das über 80 Mrd. Euro an effektiver Entschuldung. Dieses Geld sinnvoll zu investieren, hätte uns wohlmöglich von der Rezession in ein Wirtschaftswachstum geführt, was wieder weitere Freiräume geschaffen hätte.</p>
<p>Außerdem sieht man einen Trend in der Staatsverschuldung bei einigen Nationen, die wirtschaftlich aktuell bessere Zahlen vorweisen. Ganz prominent ist hier die USA zu nennen, die über extreme Staatsverschuldung in den letzten Jahren ihr Wirtschaftswachstum unterstützt hat. Klar, die USA ist ein Extrembeispiel und auch ein Sonderfall, da der Dollar praktisch die Weltwährung ist. Trotzdem wirft das auch die Frage auf, ob der Schuldenabbau in Zeiten von wirtschaftlicher Schwäche nicht kontraproduktiv für die hiesige Wirtschaft ist.</p>
<p>Gedankengänge in diese Richtung hinterfragen natürlich auch den Sinn oder Unsinn der aktuellen Schuldenbremsenregelung. Das überlasse ich aber erst mal den eigenen Schlussfolgerungen.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Diskussionen um die Staatsverschuldungen drehen sich oft im Kreis, weil die falsche Zahl betrachtet wird. Mit der richtigen Kenngröße sehen wir gleich, dass Deutschland viel besser da steht, als die allgemeine Stimmungslage vermuten lassen würde.</summary>
          <category term="wirtschaft"/>
          <category term="politik-und-gesellschaft"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Erfreuliche Entwicklung für die Windkraft</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2024/Erfreuliche-Entwicklung-für-die-Windkraft/"/>
      <updated>2024-10-27T00:00:00.000Z</updated>
      <id>https://blog.databearer.de/posts/2024/Erfreuliche-Entwicklung-für-die-Windkraft/</id>
      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2024/windenergie1.png" alt="Erfreuliche Entwicklung für die Windkraft" />
      <p>Passend zum Ende der Ampelkoalition kann auch mal darüber geredet werden, was in den letzten Jahren richtig gemacht wurde. Eine sehr gute Nachricht ist die Entwicklung in den Ausschreibungen für Windkraftanlagen. Nach Jahren der Stagnation auf niedrigem Level, ist es der nun ehemaligen Koalition gelungen, die Windenergie wieder auf Wachstumskurs zu bringen.</p>
<iframe title="Zuschlagsmenge Windenergie in kw" aria-label="Säulen" id="datawrapper-chart-oxHC2" src="https://datawrapper.dwcdn.net/oxHC2/2/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="460" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Wie leicht zu sehen ist, sind die Jahre 2023 und 2024 absolute Ausreißer nach oben. Zu betonen hier ist, dass aktuell bei den Zahlen für 2024 noch nicht alle Ausschreibungen durchgeführt wurden.
Erreicht wurde dieser Anstieg durch das Gesetz zur Erhöhung und Beschleunigung des Ausbaus von Windenergieanlagen an Land (sog. Wind-an-Land-Gesetz), das am 1. Februar 2023 in Kraft getreten ist.
Die maßgebliche Änderung durch das Gesetz ist die Bereitstellung fehlender Flächen für Windkraftanlagen. Ziel des Gesetzes ist die Bereitstellung von insgesamt 2 % der Fläche Deutschlands für die Windenergie an Land bis Ende 2032. Hierfür werden die jeweiligen Bundesländer in die Pflicht genommen, diese Vorgaben zu erfüllen.
Wichtig zu wissen ist, dass ein Zuschlag in diesen Ausschreibungen eine Verpflichtung einschließt, die benötigten Windkraftanlagen innerhalb von 36 Monaten zu errichten. Das bedeutet, dass diese Erfolge hauptsächlich in die nächste Legislaturperiode fallen werden.
Mal sehen, wer sich das dann zu Recht oder Unrecht auf die Fahne schreiben wird.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Nach Jahren der ernüchternden Ausschreibungen und Ausbauzahlen, kommt Schwung in die Entwicklung von Windenergie an Land. Kann diese Entwicklung aufrecht erhalten bleiben?</summary>
          <category term="energie"/>
    </entry>
    <entry>
      <title>Das fadenscheinige Argument der Rekordsteuereinnahmen</title>
      <link href="https://blog.databearer.de/posts/2024/Das-fadenscheinige-Argument-der-Rekordsteuereinnahmen/"/>
      <updated>2024-10-23T00:00:00.000Z</updated>
      <id>https://blog.databearer.de/posts/2024/Das-fadenscheinige-Argument-der-Rekordsteuereinnahmen/</id>
      <content type="html">
        <![CDATA[
      <img src="https://blog.databearer.de/images/blog_card_images/2024/rekordsteuern.png" alt="Das fadenscheinige Argument der Rekordsteuereinnahmen" />
      <p>Die Opposition nutzt diese Meldungen gerne, um die Regierung zu kritisieren, weil sie trotz Rekordeinnahmen Probleme in der Ausarbeitung des Haushalts haben und doch jetzt endlich mal die Steuern senken sollen. Gerne hört man dann immer Argumente, dass der Bund kein Einnahme Problem, sondern ein Ausgabeproblem habe, wenn es um Lücken im Bundeshaushalt geht.</p>
<p>Auch Befürworter für die Schuldenbremse springen gerne auf diesen Zug und argumentieren, dass es ja genug Geld vorhanden ist, da der Bund schließlich mit Rekordeinnahmen arbeiten kann.</p>
<p>Haben dir kritischen Stimmen nun recht? Auf den ersten Blick, ja. Wenn wir die Entwicklung von Steuern, die der Bund einnimmt, genauer betrachten, ist klar zu erkennen, dass der Bund aktuell mit Rekordeinnahmen arbeiten kann. Zusätzlich nehmen wir auch die Sozialeinnahmen mit ins Bild, und sehen auch hier stetig wachsende Rekordeinnahmen. Jedoch erzählen diese oberflächlichen Zahlen nicht die ganze Geschichte.</p>
<iframe title="Entwicklung Einnahmen Bund " aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-RGyJ5" src="https://datawrapper.dwcdn.net/RGyJ5/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="415" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Zur Wahrheit gehört auch: Rekordeinnahmen sind der Standardfall und keineswegs eine Überraschung. Eine Meldung wert sollte vielmehr eine der seltenen Fälle sein, bei dem ein Jahr nicht den Einnahmerekord gebrochen hat. Das war zuletzt 2009, 2010 und 2020 der Fall - also während Finanz- und Coronakrise. Aber warum steigen die Steuereinahmen jedes Jahr?</p>
<p>Um das zu erklären, genügt ein Blick auf das deutsche BIP (Bruttoinlandsprodukt). Durch Wirtschaftswachstum und Inflation wächst dieses jedes Jahr. Auch aktuell in den letzten Jahren, trotz wirtschaftlicher Stagnation und leichter Rezession. Durch das 2% Inflationsziel der EZB ist fast immer davon auszugehen, dass das nominale BIP (also das BIP ohne Inflationsbereinigung) steigt. Das Steueraufkommen ist direkt mit der Wirtschaftsleistung verbunden und somit steigen auch die Steuereinnahmen.</p>
<iframe title="Steuerquote Bund" aria-label="Interactive line chart" id="datawrapper-chart-lpyO1" src="https://datawrapper.dwcdn.net/lpyO1/1/" scrolling="no" frameborder="0" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" height="409" data-external="1"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
<p>Mit den Daten in die richtige Perspektive gesetzt lässt sich leicht erkennen, dass nominal zwar von Rekordeinahmen berichtet werden kann, die Steuerquote von 2023 mit 16,96% sich z.B. kaum von der Kennzahl von 2019 unterscheidet (16.92%). (2019 als letztes &quot;normales&quot; Jahr vor Corona zum Vergleich gewählt). Rekordsteuereinnahmen gemessen an der Steuerquote, werden nicht jedes Jahr erzielt. Die Rekordsteuerquoten im Betrachtungszeitraum fielen auf 1999 mit dem absoluten Maximum von 18,41% und 2020 mit dem höchsten Wert der letzten 10 Jahre mit 17,63%.</p>
<h2>Was wirklich wichtig ist</h2>
<p>Durch einen kritischen Blick auf die Zahlen und durch die Einführung der relevanten Kenngröße -die Steuerquote-, wird einem schnell klar, dass Politiker oder andere öffentliche Personen, die das Argument der Rekordeinnahmen nutzen, sich dabei jedoch nur auf nominale (nicht inflationsbereinigte) Zahlen beziehen, bestenfalls keine Experten in Wirtschafts- und Finanzfragen sind. Schlimmstenfalls einfach plumbe Populistenstrategien benutzen.</p>
<p>Viel wichtiger ist jedoch zu erkennen, dass auch hier in dieser Frage einfache Erklärungen uns nicht weiterhelfen. Diskussionen, die sich um die falsche Grundlage drehen sind am Ende fast wertlos.</p>

    ]]>
      </content>
      <summary>Fast jedes Jahr das gleiche Spiel in den Meldungen verschiedener Zeitungen: &quot;Der Bund nimmt eine Rekordmenge von Steuern ein&quot; - &quot;Die Steuereinnahmen erreichen einen neuen Rekord&quot;. Doch was ist dran? Und ist das überhaupt wichtig?</summary>
          <category term="politik-und-gesellschaft"/>
    </entry>
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