Windkraftausschreibungen 2026: Starker Jahresauftakt

Die erste Windkraftausschreibung 2026 ist deutlich überzeichnet, die Nachfrage steigt kräftig und der Zuschlagswert fällt auf den niedrigsten Stand seit 2018.

Windkraftausschreibungen 2026: Starker Jahresauftakt

Die Windkraftausschreibungen starten 2026 mit hoher Nachfrage und niedrigen Preisen

Energie Wirtschaft

Der Rückenwind hält an

Nach dem Rekordjahr 2025 stellte sich die Frage, ob die starke Dynamik bei den Ausschreibungen für Windenergie an Land auch 2026 anhält. Die erste Ausschreibungsrunde des Jahres mit Gebotstermin am 1. Februar 2026 gibt darauf eine klare Antwort: Das ausgeschriebene Volumen von rund 3,45 Gigawatt wurde vollständig vergeben, die Gebotsmenge übertraf das Volumen um etwa das 2,3-Fache und der durchschnittliche Zuschlagswert fiel auf 5,54 ct/kWh und somit den niedrigsten Wert seit Februar 2018.

Damit setzt sich das Muster fort, das wir bereits in den Einblicken in die Ausschreibungen 2025 beschrieben haben: Eine hohe Nachfrage trifft auf ein großes Ausschreibungsvolumen, und genau diese Konkurrenz drückt den Preis. Zur Einordnung lohnt zunächst ein Blick auf die vergebene Menge der vergangenen Jahre.

Die Zuschlagsmenge der letzten Jahre

2025 markierte mit rund 14,4 Gigawatt einen Rekord in der jährlichen Zuschlagsmenge für Windenergie an Land. Die Grafik zeigt vollständige Kalenderjahre – 2026 läuft noch und ist daher bewusst nicht abgebildet.

Die Nachfrage zieht weiter an

Entscheidend für gute Ergebnisse ist, dass mehr Gebote eingehen, als Volumen ausgeschrieben wird. Genau das ist derzeit der Fall und der Trend verstärkt sich sogar. In der Februarrunde 2026 standen einem Ausschreibungsvolumen von rund 3,45 Gigawatt Gebote über rund 7,86 Gigawatt gegenüber. Im Vergleich zur Februarrunde 2025, in der knapp 4,9 Gigawatt geboten wurden, ist die Nachfrage damit um rund 60 Prozent gewachsen.

Im folgenden Diagramm ist gut zu erkennen, wie die Gebotsmenge (die Nachfrage) in den jüngsten Runden deutlich über das Ausschreibungsvolumen hinausgeschossen ist, während die Zuschlagsmenge nahezu vollständig dem ausgeschriebenen Volumen entspricht. Das bedeutet: Es gibt genug konkurrenzfähige Projekte, um die Ausschreibungen voll auszuschöpfen.

Zuschlags- und Gebotsmenge im Vergleich zum Ausschreibungsvolumen

Die Gebotsmenge übersteigt das Ausschreibungsvolumen inzwischen deutlich – ein Zeichen für kräftig gestiegenes Interesse an Windkraftprojekten. (Für bessere Sichtbarkeit können einzelne Datenpunkte auf der Legende abgewählt werden)

Der Preis fällt auf ein Mehrjahrestief

Mehr Konkurrenz um die Zuschläge bedeutet niedrigere Preise – und damit geringere Förderkosten für den erzeugten Windstrom. Nach dem Anstieg auf über 7 ct/kWh in den Jahren 2023 und 2024 sinkt der durchschnittliche Zuschlagswert seit Anfang 2025 kontinuierlich: von 7,00 ct/kWh in der Februarrunde 2025 über 6,06 ct/kWh im November 2025 bis auf 5,54 ct/kWh in der Februarrunde 2026.

Damit liegt der Zuschlagswert erstmals seit Februar 2018 wieder unter der Marke von 5,60 ct/kWh. Bemerkenswert ist, dass dieser niedrige Preis bei einem zugleich deutlich größeren Ausschreibungsvolumen als in den Jahren vor 2023 zustande kommt. Die Vervielfachung der vergebenen Mengen geht also nicht zulasten der Kosten. Ganz im Gegenteil. Ein starkes Signal!

Preisentwicklung bei Windkraftausschreibungen

Der durchschnittliche Zuschlagswert ist seit Anfang 2025 stetig gesunken und erreicht mit 5,54 ct/kWh den niedrigsten Stand seit Februar 2018.

Ausblick: drei Ausschreibungen stehen noch aus

Mit der Februarrunde ist erst eine von vier regulären Ausschreibungen des Jahres abgeschlossen; die Gebotstermine im Mai, August und November stehen noch aus. Der Auftakt deutet aber darauf hin, dass 2026 an die starke Entwicklung von 2025 anknüpfen könnte: Die Nachfrage steigt, die Mengen werden voll vergeben und der Preis sinkt.

Wie nachhaltig dieser Trend ist, liegt am Ende auch in den Händen der Politik. Damit aus den Zuschlägen tatsächlich Anlagen werden, müssen die Projekte innerhalb der vorgesehenen Fristen ans Netz gehen – und der Ausbau darf nicht erneut ausgebremst werden, wie damals bei der berüchtigten Altmaierdelle. Die Voraussetzungen sind jedenfalls selten so gut gewesen wie zu Beginn dieses Jahres. Weitere Einordnungen zu diesem Thema finden sich im Themenbereich Energie und Wirtschaft.

Methodik und Datenquellen

Grundlage dieses Beitrags sind die Ergebnisse der Ausschreibungen für Windenergie an Land (Verfahren „EEG Wind“) der Bundesnetzagentur. Betrachtet werden je Gebotstermin die Zuschlagsmenge, die Gebotsmenge, das Ausschreibungsvolumen (jeweils in Kilowatt installierter Leistung) sowie der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert in ct/kWh. Die Jahresgrafik aggregiert diese Werte über vollständige Kalenderjahre; das laufende Jahr 2026 ist dort daher noch nicht enthalten. Alle Werte stammen aus der Onshore-Statistik der Bundesnetzagentur (Stand: Februarrunde 2026).